Warum die Altanlagenprüfung?
Korrosion in Sprinkleranlagen
Korrosion stellt eines der häufigsten technischen Probleme bei älteren Sprinkleranlagen dar. In metallischen Rohrleitungen können sich im Laufe der Betriebsjahre Korrosionsprodukte und Ablagerungen bilden, die den Rohrquerschnitt reduzieren oder im Extremfall zu Leckagen führen.
Untersuchungen zeigen, dass Korrosion zu verschiedenen Schäden führen kann, darunter:
- Lochfraß in Rohrleitungen
- Verstopfungen durch Korrosionsablagerungen
- eingeschränkter Wasserfluss
- Funktionsstörungen von Sprinklern
- ungeplante Anlagenabschaltungen
In einzelnen Fällen wurden Rohrleitungen bereits nach wenigen Betriebsjahren mit erheblichen Ablagerungen oder teilweise blockierten Rohrquerschnitten festgestellt. Solche Veränderungen können die hydraulische Leistungsfähigkeit einer Löschanlage deutlich beeinträchtigen und müssen im Rahmen einer Altanlagenprüfung bewertet werden.
Alterungsprozesse in Sprinkleranlagen
Langjährige Untersuchungen zeigen, dass Korrosion in Löschanlagen ein weit verbreitetes Problem darstellt. Eine Auswertung von VdS-Schadenverhütung ergab, dass nach etwa 25 Betriebsjahren rund 35 % der untersuchten Nassanlagen deutliche Korrosionsschäden aufweisen. Bei Trocken- und Preaction-Anlagen wurden sogar bereits nach etwa 12,5 Jahren bei rund 73 % der Anlagen relevante Korrosionserscheinungen festgestellt.
Diese Ergebnisse verdeutlichen die Bedeutung regelmäßiger Untersuchungen älterer Anlagen. Insbesondere bei Anlagen mit langen Betriebszeiten kann eine Altanlagenprüfung wichtige Hinweise auf den Zustand des Rohrnetzes und der Sprinkler liefern.
Korrosionsarten in Sprinkleranlagen
In Sprinkleranlagen treten im Wesentlichen zwei unterschiedliche Korrosionsmechanismen auf. Die häufigste Form ist die sogenannte Sauerstoffkorrosion, die durch das Zusammenwirken von Wasser, Sauerstoff und Metall entsteht. Dabei bilden sich Rostprodukte und Ablagerungen im Inneren der Rohrleitungen.
Eine weitere Form ist die mikrobiologisch beeinflusste Korrosion (MIC). Diese wird durch Mikroorganismen verursacht, die im Wasser der Anlage wachsen und Stoffwechselprodukte bilden, welche die Korrosion beschleunigen können.
Beide Korrosionsarten können langfristig zu Ablagerungen, Rohrverengungen oder Leckagen führen und müssen daher im Rahmen einer Altanlagenprüfung berücksichtigt werden.
Besonderheiten bei verzinkten Rohrleitungen
Bei Sprinkleranlagen mit innenverzinkten Rohrleitungen wurden in den vergangenen Jahren neue Risiken festgestellt. Untersuchungen zeigen, dass bei bestimmten chemischen Reaktionen im Rohrnetz Wasserstoff entstehen kann. Bereits ab einer Konzentration von etwa 4 Vol.-% kann Wasserstoff mit Luft ein zündfähiges Gemisch bilden.
In mehreren internationalen Fällen kam es bei Wartungs- oder Umbauarbeiten an Sprinkleranlagen zu Verpuffungen oder Explosionen, die auf solche Wasserstoffbildungen zurückgeführt wurden.
Aus diesem Grund wird die Verwendung innenverzinkter Rohrleitungen in Nassanlagen heute kritisch betrachtet und teilweise eingeschränkt.
Was wir prüfen
Bei der Rohrnetzüberprüfung werden ausgewählte Bereiche des Rohrnetzes stichprobenartig untersucht. Die Begutachtung erfolgt überwiegend visuell, beispielsweise mithilfe einer speziellen Rohrinspektionskamera, mit der Leitungen im eingebauten Zustand über eine Länge von bis zu etwa 30 m begutachtet werden können.
Dabei werden Ablagerungen, Inkrustierungen sowie mögliche Korrosionserscheinungen im Rohrinneren bewertet. Ergänzend können Messungen der Rohrwandstärke durchgeführt werden, um den Zustand der Rohrleitungen und mögliche Materialverluste durch Korrosion zu beurteilen.
Für die Bewertung der Funktionsfähigkeit werden Sprinkler stichprobenartig entnommen und in einem anerkannten Prüflabor untersucht. Die Anzahl der Prüfmuster richtet sich nach der Gesamtzahl der installierten Sprinkler.
Zunächst erfolgt eine visuelle Begutachtung — dokumentiert werden Bauart, Einbaulage, Nennansprechtemperatur sowie mögliche Beschädigungen. Anschließend werden Ansprechtemperatur, Wasserdurchfluss und Wasserverteilung geprüft und ausgewertet.
Die hydraulische Bewertung analysiert die wassertechnische Leistungsfähigkeit der Anlage unter Berücksichtigung vorhandener Planungsunterlagen, Anlagendaten und aktueller Betriebsbedingungen.
Untersucht werden die Rohrnetzstruktur sowie Einflüsse von Ablagerungen oder Korrosion auf die hydraulischen Bedingungen. Die Ergebnisse fließen in die Gesamtbeurteilung der Anlage ein.
Anwendbare Regelwerke
Die Durchführung von Altanlagenprüfungen sowie die Bewertung von Sprinkler- und Wasserlöschanlagen erfolgt auf Grundlage verschiedener nationaler und internationaler Regelwerke der Löschanlagentechnik.
Zu den wichtigsten technischen Grundlagen gehören insbesondere:
Diese Regelwerke definieren Anforderungen an Planung, Betrieb, Wartung sowie die Bewertung von automatischen Löschanlagen und bilden die Grundlage für die fachgerechte Beurteilung des Anlagenzustands.
Literatur
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